Gemeindewahlen sind Basisdemokratie

Die Stadt Luxemburg war lange Zeit ein ziem- lich verschlafenes Städtchen. In den fünfziger und sechziger Jahren sprach man noch von der „armen“ Gemeinde Luxemburg. Die Entwicklung ging nur langsam voran. Zwar

hatten bedeutende Industrie rmen ihren Sitz in der Haupt- stadt, aber die großen Einnahmen an Gewerbesteuer gingen hauptsächlich in die Kassen der Südgemeinden.

Dann wuchs ab den sechziger Jahre sehr rasch das zwei-
te Standbein unserer Wirtschaft, der Finanzsektor, und die steuerlichen Einnahmen der Stadt boomten. Es konnte nicht mehr auf gut Glück ohne deutliches Gesamtkonzept „verwal- tet“ werden und die ersten Gesamtbebauungspläne wurden erstellt, welche die Ausdehnung der Stadt in mehr oder weniger geordnete Bahnen brachten. Die rasch zunehmende Bevölkerung verlangte nach immer mehr Infrastrukturen: Schulen, Tagesstätten, kulturelle und sportliche Einrichtungen. Hinzu kamen die vom Staat betriebenen Neugründungen und Vergrößerungen regionaler Schulen.

Unzählige Probleme, die aus dieser, an sich positiven Ent- wicklung entstanden, harren bis heute ihrer Lösung. Trotz einiger begrüßenswerter Initiativen, wie die Förderung des Fahrrades, hat der derzeitige Schöffenrat während seiner ganzen Amtszeit gar nicht den Eindruck geliefert, ein hieb- und stichfestes Konzept zu haben, um die Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. Das Gleiche gilt für die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum in der Stadt, die notwendi- gen Grünanlagen, die Sicherheit der Bürger und vieles mehr. All diese Probleme haben sich in den fünf letzten Jahren eher verschlimmert. Punktuelle Initiativen zur Erhaltung ästhetisch wertvoller Bausubstanz können nicht darüber hinwegtäu- schen, dass viele erhaltenswerte Gebäude ohne zwingenden Grund abgerissen wurden, um neuer, oft wenig attraktiver Bausubstanz Platz zu machen.

Es wird immer deutlicher, dass die Stadt einen Schöffenrat braucht, der einerseits Führungsqualitäten für eine sich ausdehnende Stadt aufweist, und andererseits ein klares Ge- samtkonzept für die kommenden Jahre besitzt. Jeder Bürger Luxemburgs muss sich dessen bewusst sein. Darüber hinaus sollen diejenigen, welche in nächster Zukunft die Stadt ge- genüber dem Staat, den Betrieben und den Bürgern vertreten, das notwendige Format und die notwendige Glaubwürdigkeit aufweisen, um sich durchsetzen zu können.

Es ist also für die Einwohner der Hauptstadt keine lästi-
ge Pflichtübung, wenn sie im nächsten Oktober zur Wahl schreiten, sondern jeder muss sich sorgfältig überlegen, für welche Liste er seine Stimmen abgibt. Es gilt vor allem, nicht auf wohlklingende und „politisch korrekte“ Phrasen herein zu fallen, sondern die fähigen Leute mit dem richtigen Pro- gramm zu wählen.

Die CSV erscheint als die Partei, die am besten den Anforde- rungen gewachsen ist. Sie hat es in der Vergangenheit auf nationaler wie auf lokaler Ebene bewiesen. Falls sie wieder auf dem „Knuedler“ die Verantwortung übernehmen kann, wird sie darauf hinarbeiten das Beste für die Zukunft der boomenden Stadt und ihrer Einwohner herauszuschlagen.

Dr Martine Mergen
Präsidentin CSV Stad