Die Fundamente legen

Seit Ende November 2017 sind die neuen Schöffen der Stadt Luxemburg im Amt. Seit Dezember die neuen Gemeinderäte. Für die CSV-Mandatsträger bedeutet dies nach zwölf Jahren Opposition eine neue Situation, neue Möglichkeiten und neue Herausforderungen. Wie wurden die ersten Monate in der Verantwortung genutzt? Wo lagen die Prioritäten der CSV Stad?

„Was wir die ersten Monate im Schöffenrat für die Menschen getan haben? Unseren Job“, so Serge Wilmes, erster Schöffe der Stadt Luxemburg. „Wir haben eine klare Vision für die Stadt. Wir wissen, was wir erreichen wollen: eine hohe Lebensqualität für alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Wir wollen unserer Verantwortung und Vorreiterrolle als Hauptstadt des Landes und Motor der Großregion gerecht werden. Sei es im gesellschaftlichen und kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Die Prioritäten und konkreten Herausforderungen auf dem Weg dorthin haben wir in unserem Wahlprogramm und der Schöffenratserklärung aufgezeigt. Jetzt arbeiten wir an der Umsetzung. In einigen Bereichen können wir auf Kontinuität und eine gute Vorarbeit setzen. In anderen müssen wir aber erst solide Fundamente schaffen, damit uns sozusagen das ganze Haus nicht während des Baus einstürzt.”

Bezeichnend, dass Wilmes dabei in erster Linie auf den Wohnungsbau verweist: „Wir wollen größere Anstrengungen durch die öffentliche Hand leisten: durch die Stadt selbst, gemeinsam mit dem Staat und den öffentlichen Bauträgern. Wir werden mehr erschwinglichen Wohnraum schaffen. Zum hochwertigen Wohnen gehört aber auch, dass wir gemeinsam mit den Anwohnernattraktive öffentliche Plätze in den Stadtvierteln einrichten. Wir wollen Lebensfreude und soziale Vielfalt in der Stadt, nicht einfach nur steigende Einwohnerstatistiken.

(v.l.n.r. Laurent Mosar, Romain Diederich, Serge Wilmes, Isabel Wiseler, Maurice Bauer, Claudine Konsbruck)

Um dies zu stemmen und dazu noch wichtige private Bauprojekte kompetent begleiten zu können, haben wir uns jetzt als Gemeinde mit vier weiteren Architekten massiv verstärkt. Ferner stellen wir ein komplettes Inventar des Baulands auf, das sich im Besitz der Stadt befindet. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, wo und wie wir uns als Stadt nun endlich die Voraussetzungen geben, um in den nächsten Jahren konsequent handeln zu können.”

Zesumme fir d’Mënschen

Die CSV-Sozialschöffin, Isabel Wiseler, betont: „Es war für uns zu Beginn wichtig, die Mitarbeiter in den Gemeindediensten noch besser kennenzulernen und sich mit ihnen allgemein über unsere neue politische Richtung, wie über ganz konkrete Projekte und Ideen auszutauschen. Auch, um ihre Meinung und Erfahrungen zu hören. Zudem war es mir eine besondere Herzensangelegenheit, mir selbst ein Bild vor Ort zu machen. So habe ich in den ersten Monaten u.a. sämtliche Jugendhäuser und viele Sozialeinrichtungen der Stadt besucht, um praxisnahe Entscheidungen treffen zu können und damit die Verantwortlichen, die großen Träger und ihre Angestellten, wissen, dass sie unsere Anerkennung, unser Vertrauen und unsere Unterstützung für ihre wertvolle Arbeit haben. Sie müssen im Gegenzug natürlich akzeptieren, dass wir darauf pochen, dass die Arbeit und der Dienst am Bürger, ob reich oder arm, ob jung oder alt, mit vollem Einsatz verrichtet wird. Alle zusammen wollen wir einen positiven Einfluss im Leben der Menschen haben.”

Mir loosse kee setzen

So sieht es auch Paul Galles, CSV-Gemeinderat: „Keiner darf vergessen werden.” Dies sei das Leitmotiv der Arbeit des CSV-Teams, wenn es auch nicht immer so einfach umzusetzen sei. Schaue man sich bspw. nur die Situation in den Vierteln des Bahnhofs, in Hollerich, Gasperich und Bonneweg an, wo viele soziale Probleme beieinander kommen. Durch diese Konzentration leiden einerseits Sicherheitsgefühl und Lebensqualität vieler Anwohner. Drogen, Prostitution, Obdachlosigkeit usw. seien andererseits aber Lebensrealitäten in unserer Gesellschaft, auch wenn wir gerne mal die Augen davor verschließen. Mit ihnen sei großes menschliches Leid verbunden. „Wir lassen aber sicher niemanden im Stich, weder die Anwohner, noch die Menschen in Not.“

„Das bedeutet”, unterstreicht Schöffe Laurent Mosar, „dass wir gerade in diesen Vierteln, wo die Kriminalität am Höchsten ist, den Bürgern durch viele Gespräche sowie durch konkrete Taten vermitteln, dass wir uns um ihre Sicherheit sorgen und sie nicht mit ihren alltäglichen Schwierigkeiten allein lassen. Das Recht auf Sicherheit und jenes auf Solidarität müssen Hand in Hand gehen.” Im Dialog mit den Betroffenen und in Kooperation mit dem Ministerium und der Polizei seien daher bereits erste Maßnahmen erfolgt.

Mat Iech am Gespréich

Für Maurice Bauer, Fraktionssprecher der CSV im Gemeinderat, bleibt der direkte Kontakt mit den Menschen das Wesentliche. Neben der Förderung von direkten Bürgerbeteiligungen (z.B. bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen, wie u.a. jetzt geschehen in Merl (Place Thorn) und der „Gare“ (Place de Paris)), gelte es sich weiterhin den Alltagsproblemen der Menschen zu stellen.

(Paul Galles, Elisabeth Margue)

Nicht immer könne man als Politiker helfen. Das Mindeste sei aber, dass man jedem den Respekt entgegenbringe, sich für ihn Zeit zu nehmen. Dies versuche man gemeinsam als „CSV Stad“ und in Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner zu garantieren. „Bei den rezenten Überschwemmungen im Pfaffental war uns allen sofort klar, dass wir den Menschen möglichst unkompliziert helfen müssen”, so Bauer. Jetzt gelte es anhand einer konsequenten Ursachenforschung sicherzustellen, dass sich dies nicht dauernd wiederhole. Aber auch im rezenten Fall des Coffeebikebetreibers, beim „Hariko”-Projekt, beim „Wichtelhaus”, bei den Bäumen in der „Nei Avenue”, bei den Problemen einzelner Geschäftsleuten usw. – man habe in den vergangenen Monaten immer ein offenes Ohr gehabt und den Dialog gesucht, wenn Menschen mit Sorgen oder Streitfällen zu einem gekommen seien. Nicht für jede Situation sei eine Lösung möglich, aber der Wille dazu sei jederzeit vorhanden.

A Rou schaffen bis 2023

„Die Politik lässt sich heute im Zeitalter der Smartphones und der sozialen Netzwerke allzu oft treiben. Es wird zu oft reagiert, statt agiert”, bedauert die Gemeinderätin Claudine Konsbruck. „Für uns ist klar: wir ziehen 2023 Bilanz, nicht vorher.” Anhand der demografischen Situation in der Stadt, 160 verschiedene Nationalitäten, komme dem gesellschaftlichen Zusammenhalt eine ganz besondere Bedeutung zu. So spiele die integrative Kraft der öffentlichen Schule, aber auch des Sports und der Kultur eine wichtige Rolle. Hier werde man auch als Gemeinde weitere Akzente setzen, wie das Angebot der Hausaufgabenhilfen ausbauen und verstärkt Projekte unterstützen, die die kulturelle Bildung bei Kindern und Jugendlichen hervorheben. „Gemeinsame kreative kulturelle oder sportliche Angebote verbinden und tragen zur Entfaltung der Persönlichkeit bei.“

D’Zukunft fest am Bléck

Das jüngste Mitglied der CSV-Gemeinderatsfraktion, Elisabeth Margue, sieht den kommenden Herausforderungen mit Zuversicht entgegen. Besonders im Bereich der „Smart City“, der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit, sei es jetzt beim Wohnen durch die Umsetzung von Ökovierteln und neuen Wohnmodellen, im Bereich der sanften und Elektromobilität oder auch des Recycelns, insgesamt sei noch so viel mehr möglich. „Es wartet jetzt viel Arbeit, aber auch eine faszinierende Entwicklung und viele spannende Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung auf uns“, freut sich Margue.

Hannerloosst eng Äntwert

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